Vorfinanzierungspflicht Schadensregulierung

 

In einem vor dem OLG Celle verhandelten Rechtsstreit ging es um die Vorfinanzierungspflicht der Reparaturkosten eines Fahrzeugs im Rahmen der Schadensabwicklung nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall.

Der Kläger hatte sich für die Dauer von 40 Tagen ein Ersatzfahrzeug gemietet, da er aufgrund seiner geringen Rente nicht in der Lage war die Reparaturkosten vor Schadensabwicklung vorzufinanzieren. Die Mietwagenkosten in Höhe von 3.564,22€ wurden ihm mit dem Urteil zugesprochen.

Das Urteil hat bestätigt, dass das Risiko einer fehlenden Vorfinanzierungsmöglichkeit des Geschädigten grundsätzlich beim Schädiger liegt. Jedoch muss die fehlende Vorfinanzierungsmöglichkeit durch den Geschädigten überzeugend dargelegt und frühzeitig der gegnerischen Versicherung mitgeteilt werden.

Wenn es dem Geschädigten ohne weiteres möglich ist, das heißt ohne ein finanzielles Risiko einzugehen, eine Vorfinanzierung zu ermöglichen, ist dieser dazu verpflichtet, um der Schadensminderungspflicht nachzukommen.

 

Quellen: OLG Celle, Urteil vom 15.05.2018, AZ: 14 U 179/17

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