Was bei einem Werkstattbesuch unbedingt zu beachten ist

Heute möchten wir Sie darüber informieren, was Sie bei einem Werkstattbesuch unbedingt beachten sollten.

Unterscheidung zwischen Reparaturauftrag und Auftrag zum Einbau eines Ersatzteils

Bei der Beauftragung einer Werkstatt ist es wichtig darauf zu achten, welche Aufgaben Gegenstand des Werkvertrages sind. Unterschieden werden kann hier z.B. zwischen der „Reparatur des Fahrzeuges“ oder dem „Einbau bestimmter Ersatzteile“.

Wenn ausdrücklich nur der Einbau bestimmter Ersatzteile vereinbart wurde, diese aber nicht zur Behebung des Fehlers führen, besteht kein Anspruch auf Zurückerstattung der gezahlten Reparaturkosten, da die vereinbarte Leistung erbracht wurde.

In einem Fall vor dem AG Warburg wurde 2014 genau dies verhandelt. Der Kläger hatte sich in einer Fachwerkstatt bzgl. des Defekts an seinem Fahrzeug beraten lassen. Anschließend wollte er den Defekt aus vermeintlichen Kostenersparnissen von einer anderen Werkstatt reparieren lassen und beauftragte diese ausdrücklich nur mit dem Einbau diverser Ersatzteile, welche dem Kläger von der zuvor besuchten Werkstatt als mögliche Ursache genannt wurden. Eine weitere Untersuchung des Fahrzeuges war nicht erwünscht.

Als der Defekt nach dem Einbau der Ersatzteile nicht behoben war klagte er die gezahlten Reparaturkosten zurück – ohne Erfolg, da die vereinbarte Leistung erbracht wurde.

Quelle: BVSK – Newsletter RECHT - AG Warburg, Urteil vom13.05.2014, AZ: 1 C 32/14

Recht zur Nachbesserung nach mangelhafter Reparatur durch die Werkstatt

Viele kennen das: Man fährt mit einem Defekt an seinem Fahrzeug in eine Werkstatt und erhofft sich eine fachgerechte Reparatur. Doch nicht immer ist der Defekt zur vollen Zufriedenheit behoben, wenn die Werkstatt den Wagen wieder ausliefert.

So ist es auch einer Klägerin mit ihrem gebrauchten Jeep Grand Cherokee der Firma Chrysler ergangen. Bei einer Außentemperatur von unter 12 Grad Celsius sprang ihr Fahrzeug nicht mehr an.

Daraufhin besuchte Sie eine Werkstatt und ließ den Wagen für 547,40€ reparieren.

Doch anstatt einer Verbesserung traten in den folgenden Tagen immer mehr Defekte auf: Der Rundfunkempfang war gestört, die Tachobeleuchtung fiel aus und die Türschließanlage konnte nicht mehr per Funk gesteuert werden.

Daraufhin brachte Sie ihr Fahrzeug in eine andere Werkstatt. Diese baute die „Reparatur“ der ersten Werkstatt wieder zurück und reparierte das Fahrzeug fachgerecht. Hierfür wurden der Klägerin 605,37€ in Rechnung gestellt und beglichen.

Anschließend verklagte die Klägerin die erste Werkstatt und wollte zum einen den Rechnungsbetrag über 547,40€, sowie den Rechnungsbetrag der zweiten Werkstatt über 605,37€ aufgrund der fehlerhaften Reparatur erstattet bekommen.

Diese Klage wurde jedoch abgewiesen, da die Klägerin dem Beklagten (der ersten Werkstatt) keine Frist zur Nacherfüllung gemäß §§ 281, 636 BGB gesetzt hatte.

Bei der Nachbesserung handelt es sich eben nicht nur um eine Pflicht, sondern auch um ein Recht der Werkstatt. Dieses Recht darf der Werkstatt nicht ohne weiteres genommen werden. Nur in Ausnahmefällen muss der Kunde der Werkstatt keine Gelegenheit zur Nachbesserung geben – u.a. dann, wenn eine Nachbesserung dort unzumutbar geworden wäre. An die Unzumutbarkeit sind allerdings hohe Anforderungen zu stellen.

Quelle: BVSK – Newsletter RECHT - AG Bad Neuenahr-Ahrweiler, Urteil vom 03.09.2014, AZ: 32 C 269/13

Wenn auch Sie Probleme mit einem Werkstattbesuch haben sprechen Sie uns an!

Wir freuen uns über Ihren Anruf – Ihr Köhn & Kölsch Team.

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